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Lowrance Endura - Testbericht

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Verfasst am: 17. 06. 2010 [15:01]
Rhiandor
Dabei seit: 12.05.2010
Beiträge: 18
navigation-professionell.de - hat einen tollen Testbericht rausgebracht, dem ich voll und ganz zustimme. Hierbei ist nur zu beachten, dass sie den Test noch in v1.0x durchgeführt haben und mittlerweile v1.4x draußen ist. 1.5x ist auch schon angekündigt und kommt in den nächsten Wochen, da gibt es dann neue Funktionen.

Hervorzuheben ist hier der Abschnitt mit dem MM Scout.
Zum Scout gibts es auch HIER noch einen Thread der ein MUSS für alle ist, die sich für Lowrance und den Scout interessieren.


Hier der Testbericht:


Mit der Endura-Serie führt Lowrance drei neue GPS-Handgeräte ein, die für frischen Wind im Outdoor-Navi Markt sorgen. Der flotte Outdoor-Dreier – Outback, Safari und Sierra – bietet viel Potential, um im Gelände Spaß zu haben. Dazu gehören: Bedienung per Touchscreen und Tasten, hochauflösendes 2,7-Zoll Display, massig Speicherplatz für Karten und GPS-Daten, vorinstallierte Basiskarte und papierloses Geocaching.

Der Outback ist das Basismodell, der Safari repräsentiert die Mittel- und der Sierra die High-End-Klasse. Die beiden “S-Klasse” Brüder unterscheiden sich lediglich im Kartenmaterial: Der Sierra hat vorinstallierte Karten an Bord, beim Safari werden sie via Speicherkarte nachgerüstet. Safari und Sierra bieten im Vergleich zum Outback noch einige Highlights mehr:

* Elektronischer 3-Achsen Kompass
* Barometrischer Höhenmesser
* MP3-/Videoplayer, Bildbetrachter
* Autonavigation mit Sprachansagen
* Aufzeichnen von Sprachmitteilungen


Ob die Endura-Serie die Erwartungen erfüllen kann, klärt Navigation-Professionell in einem ausführlichen Test. Das Testteam setzt sich aus einem Lowrance Endura Safari, der topographischen Karte von Deutschland, Straßenkarten von Europa und MagicMaps Scout Rasterkarten zusammen.
Endura Safari: Äußerliches, Handhabung, Menü

Der erste Eindruck vom Endura Safari lautet: “Wow – Der liegt ja super in der Hand!” In der Tat: Barrenform, Abmessungen von 6 x 13 x 3,1 cm und Gummiummantelung sorgen dafür, dass der Safari erstklassig und sicher zu handhaben ist. Zumal das Gewicht mit 165 g (ohne Akkus) recht moderat ausfällt.

Die Barrenform mit den unterhalb des Displays angeordneten Tasten erinnert an den Magellan Triton 1500 bzw. 2000. Allerdings mit einem großen Unterschied: Lowrance hat im Gegensatz zu Magellan die Tasten optimal gestaltet. Wanderer, Biker und Wintersportler – mit dicken oder dünnen Handschuhen – finden im Endura den idealen Partner. Lowrance hat aber nicht nur an die Tastenklicker-Fraktion gedacht, sondern auch an die Display-Streichler. Wie bei den großen Tritons dient der Touchscreen zum Aufrufen von Funktionen, Eingeben von Daten und Verschieben der Karte. Der Touchscreen stellt auch mit dünnen Handschuhen bewaffnete Nutzer vor keine Hindernisse. Nur bei wenigen Aktionen – z.B. beim Arbeiten mit Magics Maps Scout – wünscht man sich einen Stylus. Paddler dürfen sich ebenfalls freuen: Wird der Safari in einen Aquapac eingetütet, bleibt er trotzdem bedienbar. Der Safari ist zwar nach IPX7 wasserdicht, bei richtig nassen Touren und in Salzwassergefilden ist eine Schutzhülle dennoch Pflicht.

Das Gehäuse macht einen hochwertig verarbeiteten Eindruck. Gummiabdeckungen verbergen auf der rechten Seite eine 3,5 mm Klincke für den Audio-Ausgang sowie an der unteren Schmalseite den Mini-USB Anschluß bzw. den microSD-Speicherkartenslot, der Karten bis 32 GB aufnimmt. Auf der linken Seite ist die An/Aus/Standby/Beleuchtungs-Taste platziert, auf der Rückseite befindet sich der Lautsprecher sowie der Batteriefachdeckel. Eine große Öse ermöglicht nicht nur das Anbringen von Mini-Handschlaufen. Unterhalb der Tastatur gibt es ein Lämpchen, das mit einem grünen oder roten Licht auf den Akkuladestand hinweist.

Beim Menü hat Lowrance alles richtig gemacht. Die Stuktur ist sehr übersichtlich gehalten. Nicht nur Frischlinge im Outdoor-Navi Geschäft sollten sich schnell zurechtfinden. Durch Listen wird mit den Auf-/Ab-Tasten oder durch ein flottes Verschieben auf dem Bildschirm geblättert. Beim Wühlen durch die Menüs legt der Safari eine gute Performance hin, umfangreiche Track- oder Geocachelisten werden schnell aufgerufen. Das Laden oder Umbennen eines Tracks dauert dagegen etwas länger. Als nervig stellt sich die Karten-Engine heraus. Das Zoomen oder Verschieben der topographischen Karte führt zu deutlichen Wartezeiten.

Die einzelnen Seiten lassen sich individuell aktivieren bzw. in der Reihenfolge anordnen. Die Auswahl lautet: Karte, Satelliten, Kompass, Navigation, Tripcomputer, Höhenprofil und Stoppuhr.

Beim Layout der Seiten gibt es ein paar Kritikpunke: Die viel zu kleine Schriftgröße, die weiße Outline-Schrift und die schlecht erkennbare Positionsmarke.

Endura Safari: Booten des Systems

Der Safari absolviert diese Disziplin – ohne eingelegte Speicherkarte – in ca. 40 Sekunden, ein für Windows CE Systeme typischer Wert. Die Bootdauer verlängert sich auf rund 60 Sekunden, sobald eine Speicherkarte mit Kartenmaterial eingesetzt wird. Wem diese Zeitspanne zu lang ist, kann den Safari in den Standby-Modus versetzen. Dann ist er in ca. 12 Sekunden einsatzbereit – die wertvollen Sekunden werden für das Laden der Topo-Karte benötigt.

Endura Safari: Display

Lowrance hat dem Safari ein QVGA Display mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel und einer Diagonale von 6,8 cm (2,7-Zoll) spendiert.

Die wichtigsten Fragen lauten:

* Wie ist die Ablesbarkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen?
* Wie schlägt sich der Safari gegenüber diversen Mitbewerbern?

Zum Vergleich werden drei aktuelle Outdoor-Geräte, ein Garmin Oregon 300, Garmin Dakota 20 und Magellan Triton 400, herangezogen.

Direktes Sonnenlicht

Wanderer können die Outdoor-Navis in der Regel mit der Hand optimal ausrichten. Unter dieser Vorgabe ist die Kartenseite aller Kandidaten gut bis sehr gut ablesbar. Die Garmins sind aber – mit oder ohne Hintergrundbeleuchtung – als etwas besser einzustufen. Bei deaktivierter Beleuchtung zeigt sich gleich ein Nachteil der Displays von Triton und Safari. Wird der Winkel zur Sonne ein wenig geändert, erscheinen die Displays schnell recht dunkel. Diese Situation – Licht schräg von der Seite – tritt häufig beim Radeln auf, wenn die Geräte am Fahrradlenker fixiert sind. Ohne Hintergrundbeleuchtung ist in diesem Fall der Dakota erste Wahl, dicht gefolgt vom Oregon. Der Triton nimmt den dritten, der Safari den vierten Platz ein. Safari und Triton haben gegenüber dem Oregon allerdings den großen Vorteil, dass ihr Display nicht so “milchig-trübe” erscheint. Bei 100% Beleuchtung sieht die Reihenfolge anders aus. Safari und Triton 400 gehen als erste über die Ziellinie, der Oregon 300 als nächster, der Dakota 20 abgeschlagen als letzter.

Dunkle Verhältnisse (trüber Himmel, Schatten)

Ohne Zusatzbeleuchtung hinterläßt der Dakota den besten Eindruck, gefolgt vom Oregon, Triton und Safari. Generell gilt, dass alle vier Handgeräte bei dunklen Bedingungen stets ein gewisses Quantum Hintergrundbeleuchtung benötigen. Wenn die Beleuchtung auf den Maximalwert gestellt wird, dann nehmen der Lowrance und der Magellan wieder die ersten Plätze ein. Der Oregon kommt in dieser Disziplin ebenfalls gut weg, der Dakota überquert die Ziellinie erneut als letzter.

Das Display des Safaris braucht sich gegenüber seinen Mitbewerbern in keinster Weise verstecken – ganz im Gegenteil, es hat sich bei allen durchgeführten Touren bewährt. Nachteile: Das Display ist recht dunkel, die Hintergrundbeleuchtung wird oft benötigt. Das von Lowrance angebotene topographische Kartenmaterial kann sich sehr ungünstig auswirken. Je nach Lichtbedingungen ist bei aktivierten Bilddaten (schattiertes Relief, siehe unten) auf der Kartenseite wenig zu erkennen!


Endura Safari: Energieversorgung


Im Setup des Safaris kann zwischen Alkaline, Lithium und NiMH-Akku gewählt werden. Da viele Anwender NiMH-Akkus einsetzen, wird beim Testen der Akkulaufzeit vorrangig dieser Typ beücksichtigt. Zum Einsatz kommen Eneloop Akkus von Sanyo.

* Testszenario 1: Ohne Energiesparmaßnahmen (Beleuchtung permanent auf 100%, Töne an, EGNOS an, Trackaufzeichnung aktiviert, aktive Navigation): 05:30 bis 05:50 hh:mm
* Testszenario 2: Mit Energiesparmaßnahmen (Beleuchtung maximal auf 20%, Displaybeleuchtung schaltet sich nach 15 S automatisch aus, Töne aus, EGNOS aus, Trackaufzeichnung aktiviert): 08:30 bis 09:15 hh:mm

Lowrance gibt eine Laufzeit von 10 bis 15 Stunden an, ohne den Akku/Batterie-Typ zu spezifizieren. Ein Test mit weiteren Akku-/Batterietypen wird nachgeliefert.

Ergänzung 28.11.09: Testszenario 1, mit Standard 2.500 mAh bzw. 2.700 mAh NiMH-Akkus ergibt Laufzeiten von 05:50 hh:mm bis 06:15 hh:mm.

Ergänzung 30.11.09: Testszenario 2, mit Alkaline-Batterien (Duracell Plus), Laufzeit 07:45 hh:mm.

Ergänzung 20.12.09: Testszenario 2, mit Standard 2.500 mAh NiMH-Akkus ergibt bei überwiegend winterlichen Verhältnissen (bis -15 °C) eine Laufzeit von ca. 9 Stunden. Als Einstellung wurde im Setup “Alkaline” gewählt, da möglicherweise ein Bug vorliegt (“Alkaline” entspricht “NiMH” und umgekehrt).


Endura Safari: GPS-Empfang

Beim GPS-Empfang setzt Lowrance auf einen 42 Kanal, WAAS/EGNOS fähigen GPS-Empfänger. Der Hersteller ist nicht näher spezifiziert, der Antennentyp wird ebenfalls nicht verraten.

Die Satellitenseite zeigt neben einer Grafik mit der Satellitenverteilung viele wichtige Informationen an: Koordinaten, Höhe, Angaben zur Genauigkeit (EPE “Estimated Positional Error”, PDOP “Positional Dilution Of Precision”). Weiterhin wird die Satellitennummer und die Signalstärke aufgeführt.

Die Empfindlichkeit des GPS-Empfängers macht einen sehr guten Eindruck. Bei einem direkten Vergleich steht er diversen Garmin-Geräten in keinster Weise nach. Lediglich bei der Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung sind ihm Geräte mit Hotfix Technologie (Oregon, Dakota) deutlich überlegen.

Zwei Trackaufzeichnungen zeigen die Qualitäten des Lowrance GPS-Empfängers im Vergleich zu anderen Mitbewerbern.

Track 1, Wanderung: Lowrance Safari (rot), Garmin Oregon 300 (blau), Garmin GPSmap 60Cx (gelbgrün), CompeGPs Twonav Aventura (grün).

Die erste Trackaufzeichnung verläuft entlang eines tief eingeschnittenen Tals, in dem die Empfangsbedingungen für GPS-Signale oftmals schwierig sind. Der Safari liefert eine ganz hervorragende Trackaufzeichnung. Lediglich an einer Stelle – tief im Talgrund – kommt es zu einer Positionsdrift, die der Klassiker Garmin GPSmap 60Cx ebenfalls zeigt (Bedingungen: Aufzeichnung des Tracklogs alle 10 m, Safari in der Hand getragen, Oregon am Rucksackträger befestigt, die anderen Kandidaten in der Deckeltasche).

Track 2, Wanderung: Lowrance Safari (rot), Garmin Dakota 20 (grün), Garmin GPSmap 60 Cx (gelb), Garmin Oregon 300 (hellblau), Magellan Triton 400 (blau). Bei dieser Tour gilt das Gleiche: Die Trackaufzeichnung des Lowrance Safari ist ebenfalls ganz hervorragend.

(Bedingungen: Aufzeichnung des Tracklogs alle 10 m, Safari in der Hand getragen, Oregon/Dakota/Triton an Rucksackträgern befestigt, 60Cx in der Deckeltasche)


Endura Safari: Höhenmesser und Kompass

Ein barometrischer Höhenmesser – wie er im Safari eingebaut ist – liefert besonders genaue Werte. Vorausgesetzt, er ist korrekt kalibriert. Die Kalibrierung erfolgt durch manuelle Eingabe oder Verwenden der GPS-Höhe. Auf Basis der Höhenmessungen wird beispielsweise ein Höhenprofil erstellt, das den Verlauf einer Tour wiederspiegelt (Abbildung rechts).

Der elektronische 3-Achsen Kompass des Safari muß nicht waagrecht gehalten werden, um die Himmelsrichtungen korrekt anzuzeigen. Die Kalibrierung des Kompass ist clever gelöst. Ein Drehen um alle drei Achsen ist anscheinend nur bei der ersten Kalibrierung nötig. Die Reihenfolge – welche Achse wann gedreht wird – ist nicht spezifiziert.


Endura Safari: Outdoor-Kartenmaterial

Der Endura Safari wird mit einer vorinstallierten Basiskarte mit Höhenlinien im 50 m Intervall ausgeliefert. In dem Optionen-Menü der Kartenseite kann zwischen den Darstellungsmodi Basiskarte, Bilddaten und Hybrid gewählt werden. In der Einstellung “Basiskarte” werden die wichtigsten Straßen, einige POI und Höhenlinien dargestellt. Im Gelände ist die Karte nur bedingt zu gebrauchen. Das Fehlen von kleineren Gewässern oder Signaturen wie z.B. für Waldgebiete erschweren die Orientierung. In der Einstellung “Bilddaten” wird bei einer Zoomstufe größer 50 km eine schöne Reliefdarstellung angezeigt. “Hybrid” ist eine Kombination aus beiden Optionen.

Weiteres Kartenmaterial, wie die Lowrance Topo Deutschland, wird auf microSD-Karte geliefert. Vorteil: Eine Installation entfällt, die Karte wird nur in den Speicherkartenslot geschoben. Nachteile: Die Karte ist nicht am PC verwendbar; beim Übergang von Auto- zu Outdoor-Navigation ist ein Wechseln der Speicherkarte Pflicht.

Die Topo Deutschland setzt sich aus Inhalten unterschiedlicher Anbieter zusammen (Quelle: Verkaufsverpackung Karte “Outdoor Deutschland”):

* NAVTEQ: POIs und das komplette deutschen Strassennetz
* Navionics: Wegenetz für Wanderer, Radfahrer etc. sowie POIs
* Accuterra’s Nextmap: Schattiertes Relief mit Höhenlinien im 10 m Abstand sowie Landnutzungsdaten und Gewässern

Mit der Topo-Deutschland läßt sich ebenfalls zwischen den Modi Basiskarte, Bilddaten und Hybrid wählen. Die integrierte Basiskarte ist bei eingelegter Topokarte anscheinend weiterhin aktiviert. Folge: Es kommt zu Überlagerungen, so dass manche Straßen abschnittsweise sogar doppelt vorhanden sind!

Einstellung “Basiskarte”: Die topographische Vektorkarte erlaubt es im Gebirge nicht immer, mit einem Blick zwischen Berg und Tal zu unterscheiden. Es fehlen Signaturen für unterschiedliche Landbedeckungen. Waldgebiete sind überhaupt nicht gekennzeichnet – von manchem kleinen Gewässer ganz zu schweigen! Wie bei einigen Touren festgestellt wurde, ist das Navionics Wegenetz nicht allzu genau. Die Wege sind nicht weiter differenziert, eine Forststraße sieht wie ein kleiner Wanderweg aus. Dafür ist das Wegenetz im Haus und Hofgebiet des Verfassers – den Ammergauer Alpen – sehr dicht. Besonders positiv stechen die vielen POIs hervor, die sogar Klettergärten enthalten, Beispiel Fränkische Schweiz.

Einstellung “Bilddaten” oder “Hybrid”: Die pixeligen Bilddaten, die ein schattiertes Relief anzeigen und Unterschiede zwischen Landbedeckungen (Feld, Wald, Wiese, Seen) erahnen lassen, werden bis zu einer Zoomstufe von 200 m angezeigt. Unterhalb dieser Zoomstufe steht ausschließlich die Vektorkarte zur Verfügung. Das Relief macht lediglich im Gebirge einen interessanten Eindruck, hat aber auch hier einige Einschränkungen, da die Qualität von der regional sehr unterschiedlichen Auflösung abhängt.



Endura Safari: MagicMaps Scout

Rasterkartenspezialist MagicMaps bietet für Lowrance Navis die Outdoor-Software MagicMaps Scout an. Die Scout-Software wird separat oder im Bundle mit dem MagicMaps Tour Explorer 50 Deutschland verkauft. Der Tour Explorer ist eine Tourenplanungs- und Verwaltungssoftware für den PC auf Basis von topographischen Rasterkarten.

Mit MagicMaps Scout sind unterschiedliche Rasterkarten auf dem Safari nutzbar: MagicMaps Karten, KOMPASS Digital Maps und “D-Sat 73 Luftbilder von Buhl Data.

MagicMaps Scout wird auf einer Speicherkarte installiert und läuft als eigenständige Anwendung auf dem Safari. Der Scout verwendet den GPS-Empfänger und die Tasten des Safaris, der elektronische Kompass und der barometrische Höhenmesser bleiben ebenso außen vor, wie der interne Speicher des Enduras. MagicMaps Scout liest GPS-Daten wie z.B. Tracks ausschließlich von der Speicherkarte.

Die Scout-Software läßt sich am besten über den Touchscreen steuern. Ein Stylus ist eine perfekte Ergänzung, da so mancher Button recht klein ausfällt. Zu den Funktionen der Software gehört es, Tracks aufzuzeichnen und mit Tracks zu navigieren. Die Tracks im GPX-Format werden beispielsweise mit dem Tour Explorer auf die Speicherkarte übertragen. Alternativ kann unter den mitgelieferten Radtouren in Deutschland oder Österreich gewählt werden (ca. 40.000 km). Dazu gehören Touren wie z.B. der Donau-Bodensee oder Hamburg-Ruegen Radweg. Sehr praktisch ist das Planen von Radtouren entlang des ADFC-Radwegenetzes (ca. 125.000 km). Der Radler muß nur den Startpunkt und das Ziel eingeben und schon berechnet MagisMaps Scout die Strecke. Als Start oder Ziel lassen sich ausschließlich Ortsnamen eingeben. Individuelle Vorgaben beeinflussen den Streckenverlauf, dazu gehören beispielsweise “Rennrad” oder “Mountainbike”, “Anstiege vermeiden” oder “Verkehrsbelastung ignorieren. Wie die Praxis zeigt, empfiehlt es sich, mit den Optionen zu spielen und sich die Strecken vor dem Start genau anzuschauen. Dadurch werden unliebsame Überraschungen bei der Streckenführung ausgeschlossen. Ein großes Highlight während der Radtour sind die akkustischen Navigationsanweisungen, mit denen MagicMaps Scout den Radler durch die Lande führt.

MagicMaps Scout hat nicht nur Vorteile, sondern auch ein paar Schwachstellen. Dazu gehören: Nicht sämtliche Funktionen des Safaris werden genutzt, zum Durchführen von Grundeinstellungen (z.B. Dauer der Displaybeleuchtung) ist ein Schliessen der Anwendung nötig, nervige Wartezeiten beim Starten der Software oder Aufrufen von Funktionen, ein Scrollen der Karte mit den Tasten ist nur mit vielen Klicks machbar, Trackaufzeichnung nur nach Zeit.

Trotz dieser Einschränkungen ist MagicMaps Scout eine ideale Erweiterung für den Lowrance Endura, die nicht nur für Nutzer mit einer bereits vorhandenen Rasterkarten-Sammlung interessant ist.


Endura Safari: Outdoor-Navigation

Navigation mit Wegpunkten, Routen und Tracks gehört bei Outdoor-Navis zum Standard. Eine häufige Frage lautet: Wie viele GPS-Daten kann ich abspeichern? Lowrance gibt 2.000 Wegpunkte, 60 Routen mit jeweils maximal 250 Wegpunkten, 30 Trails (Tracks) und bis zu 3.000 Geocaches an. Die GPS-Daten im GPX-Format lassen sich ausschließlich in dem internen Speicher ablegen. Im Test wurden zahlreiche, hauptsächlich mit Garmin-Geräten aufgezeichnete Tracks aus der heimischen Sammlung in den internen Speicher geschoben. Sie wurden alle problemlos erkannt, bei manchen Tracks hat allerdings das Höhenprofil gefehlt. Gegen Ende des Tests standen im Trackmenü rund 90 Tracks zur Auswahl, inklusive 35 vom Safari aufgezeichneter Tracks.

Zur Trackaufzeichnung stehen die Modi “Zeit” und “Entfernung” mit den Vorgaben “2, 5, 10, 30 Sekunden bzw. 1, 5, 30 Minuten” und “5, 10, 20, 30, 100, 150, 400 Meter” zur Verfügung. Individuelle Einstellungen gibt es ebensowenig wie einen Modus “Automatisch”. Der aktive Trackspeicher (Active Log) nimmt maximal 10.000 Punkte auf.

Um mit Tracks zu Navigieren gibt es folgende Möglichkeiten: Trackback (Navigation zurück zum Ausgangspunkt) oder Navigieren entgegen oder in Aufzeichnungsrichtung des Tracks. Die Tracknavigation kann an jeder Stelle des Tracks begonnen werden. Vermisst werden dagegen die Optionen, einzelnen Tracks unterschiedliche Farben zuweisen bzw. sie individuell aktivieren oder deaktivieren zu können. Ein weiteres Beispiel für fehlende Funktionen ist die Wegpunkt-Projektion.

Die Tracknavigation erfolgt über die Karten-, Kompass- oder Navigationsseite. Beim Durchspielen der einzelnen Funktionen tauchen immer wieder kleine Highlights auf. Befindet man sich beispielsweise abseits von dem eigentlichen Track, so weist auf der Navigationsseite eine kleine Richtungsmarke mit Meterangabe auf die Abweichung hin.

Ein “Abbiegetest” gehört zu den Testprozeduren von Navigation-Professionell. Der Kandidat muß den Anwender mit Hilfe der Kompassseite entlang eines Tracks führen, der vor Abbiegungen nur so strotzt. Der Endura Safari erledigt diese Aufgabe mit Bravour. Der Richtungspfeil zeigt exakt und mit gutem Timing an, wann es nach rechts oder links geht – besser als ein vergleichsweise mitgeführter Garmin Oregon 300 und Dakota 20!

Der Safari weist den Nutzer beim Erreichen eines Ziels akkustisch darauf hin. Die Meldungen sind aber nicht individuell konfigurierbar. Zu erwähnen sind noch die einzelnen Wegpunkten zuordenbaren Sprachnotizen.


Endura Safari: Auto-Navigation


Die optional erhältliche Navteq-Straßenkarte von Gesamt-Europa (42 Länder) erlaubt eine sprachgesteuerte Autonavigation. Gleich bei der ersten Testfahrt kommt der große Aha-Effekt: Die Sprachansagen sind nahezu identisch zu Medion oder Krämer-Automotive Navis. Beide Hersteller setzen auf Software der Firma Electrobit in Erlangen.

Ohne auf jedes Detail einzugehen, resultiert aus dieser Kooperation eine sehr gute Autonavigation. Die Sprachansagen überzeugen bei Ausgabe über den eingebauten Lautsprecher und maximaler Lautstärke vollauf. Wer einen perfekten Sound haben möchte, kann den Safari über die Kopfhörerbuchse mit der Autohifianlage oder kleinen Handylautsprechern koppeln.

Bei der Zieleingabe über die ABC-Tastatur steht der Safari großen PNAs in nichts nach: Umlaute sind ebenso vorhanden wie eine rasche Vorselektion möglicher Ziele und eine Ausblendung von Buchstaben.

An Routing-Optionen stehen zur Verfügung:

* Fortbewegungsart: PKW, Fußgänger, Fahrrad, Motorrad
* Routenart: Schnellste, Kürzeste, Ökonomische
* Fähren: Meiden, Verwenden
* Autobahnen/Schnellstraßen: Meiden, Verwenden
* Mautstraßen: Meiden, Verwenden

Achtung: Bei der Wahl der Routenart gibt es einen Bug. Die schnelle Strecke entspricht der kurzen, die kurze der ökonomischen, die ökonomische der schnellen!


Endura Safari: Geocaching

Für Geocacher hat sich Lowrance etwas Besonderes einfallen lassen. Die maximal 3.000 Geocaches lassen sich nach zahlreichen Kriterien filtern. Nicht nur nach “alle”, “gefunden” oder “nicht gefunden”, sondern zusätzlich nach Typ (Traditional, Multi, … insgesamt 15x Optionen), Reihenfolge (Entfernung, Name), Größenbereich (Micro, Small, Regular, Large), Schwierigkeitsbereich und Geländebereich (jeweils 1 bis 5, in Stufen von 0,5 Einheiten).

Das trendige Paperless Geocaching hat Lowrance beim Safari ebenfalls verwirklicht. Angezeigt werden: Beschreibung, letzte Logs, Trackables zeigen, Feldnotiz hinzufügen (“Habe es gefunden”, “Habe es nicht gefunden”, Wartung erforderlich” und ein Freitext-Feld). Spoiler können in den internen Speicher oder die Speicherkarte kopiert und mit dem Photo Explorer betrachtet werden. Sie sind aber nicht mit den Caches verknüpft, allerdings zeigt der Photo Explorer entsprechende Ordnernamen an.

Die Geocaches wurden zum Testen in Form einzelner GPX-Dateien und PocketQueries installiert. PocketQueries sind derzeit nur bis zu einer Dateigröße von 3 MB möglich. Ob Größe, Typ oder Schwierigkeit, die Einträge zu den Caches sind korrekt. Die Beschreibungen sind fehlerfrei und nahezu ohne html Zeichen. Bei komplexen Multicaches sind die Beschreibungen und Formeln zur Berechnung von Stationen nicht immer eindeutig, da eine sinnvolle Formatierung fehlt (siehe Bild 3, unten). Die Child-Waypoints von Multicaches sind inklusive Beschreibung im Wegpunkte-Menü zu finden. Es gibt keinen erkennbaren Bezug zwischen Wegpunkt und dazugehörigen Cache. Ein weiterer Wunsch lautet: Im “Finde”-Menü zwischen dem vollständigen Namen und dem GC-Code wechseln zu können.

Die Eingabe von Koordinaten ist für Geocacher ganz wichtig. Beim Safari ist diese Funktion pfiffig umgesetzt: Die Eingabe erfolgt von hinten, da beim Cachen häufig nur die letzten Ziffern geändert werden müssen. Einzigster Nachteil sind die kleinen Buttons für die einzelnen Ziffern – Platz wäre auf dem Bildschirm aber genug vorhanden!

Möchte man zu einem Cache navigieren, lassen sich auf der Kartenseite für Geocacher hilfreiche Datenfelder einblenden: “Nächste Peilung (Grafik)” zeigt einen kleinen Richtungspfeil, “Entfernung zum Nächsten” die Entfernung zum Cache und über “EPE” erhält der Geocacher Angaben zur GPS-Genauigkeit. Die aktuellen Koordinaten stehen in einem vierten Datenfeld bereit. Das Annähern an einen Geocache mit dem Kompass hat in der Praxis gut funktioniert, bei langsamer Geschwindigkeit tendiert er aber zu einer ungenauen Anzeige. Empfehlenswert ist es, den Cache mit Hilfe der Kartenseite zu suchen.

Eine von manchen Geocachern geschätzte Funktion ist das Abgleichen von Field Notes mit geocaching.com. Zu diesem Zweck wird die Datei “FieldNotes.log” hochgeladen, eine ausführliche Beschreibung dazu gibt es auf der genannten Webseite.

Der Autor ist zwar noch ein Geocaching-Newbie, aber nach einigen erfolgreichen bzw. -losen Suchaktionen läßt sich festhalten, dass das Geocaching-Handling des Endura Safari insgesamt gelungen ist. Nach der persönlichen Einschätzung sogar besser als bei den aktuellen Garmin-Geräten – vorausgesetzt, dass die beschriebenen Kritikpunkte überarbeitet werden.


Endura Safari: Speicherverwaltung, Datenaustausch


Der Endura Safari wird via USB-Kabel mit einem PC verbunden. Im Windows-Explorer taucht er als Massenspeicher auf. “Endura” heist das neue Laufwerk, über das Zugriff auf den knapp 200 MB großen, internen Speicher besteht. Der Anwender braucht GPX-Dateien oder komplette Ordner mit GPX-Dateien nur in den Ordner “GPX” kopieren, anschließend stehen sie unter “Tracks” oder “Geocaches” im Menü des Safaris zur Verfügung. Bei größeren GPX-Files legt der Safari ein internes Ordnersystem an. PC-Programme wie Touratech QV, GSAK und andere können direkt auf den internen Speicher zugreifen und Files in jede Richtung kopieren.

Wird eine Speicherkarte mit topografischen Karten oder Multimedia-Dateien eingelegt, dann erscheint nur diese im Windows-Explorer – der interne Speicher wird leider nicht als weiteres Laufwerk angezeigt.

Der Safari bietet die Möglichkeit, NMEA Daten beispielsweise an Autopiloten auszugeben. Zu diesem Zweck wird ein “mini USB NMEA Out Kabel” benötigt, das bei Online-Händlern für 25,00 EUR gelistet ist.


Endura Safari: Sonstiges

Lieferumfang

Der Lieferumgang ist minimalistisch gehalten. Das 24 seitige, englischsprachige Benutzerhandbuch ist zu kritisieren, da es die vielen Funktionen nur unzureichend beschreibt. Ein Manko, mit dem Lowrance aber nicht alleine ist.

* USB-Kabel
* Benutzerhandbuch
* Schnellstartanleitung
* Display-Schutzfolie (Schutz vor Kratzern und Vermeiden von Spiegelungen)

Zubehör

* Fahrzeug-, Marinehalterung, RAM Mount Fahrrad/Relinghalter, Tragetasche, diverse Stromadapter und ein NMEA-Kabel.
* Einen Überblick über das Kartenmaterial von Lowrance ist in diesem Artikel zu finden: Topographische Karten für Outdoor-Navis. Neben den topographischen Karten können Marine-Karten verwendet werden.

Sonstige Software

Weitere Software wie GPS-Mate und GCacheMate von ConfiTek läßt sich auf einfachste Weise installieren und im “Werkzeuge” Menü auswählen.

Getestete Software-Version


* V 1.0.75897 EU Safari



Fazit

Der Lowrance Endura Safari wurde während des Tests auf zahlreichen Wanderungen und beim Geocaching eingesetzt. Der Endura Safari hinterläßt ein positives Bild, das aber durch einige Einschränkungen getrübt wird. Dem Tester gefallen an dem Endura Safari vor allem GPS-Empfang, Hardware, Menü, Handhabung per Touchscreen und Tasten sowie der viele Speicherplatz für GPX-Dateien. Die Autonavigation und das gelungene Geocache-Handling tragen ebenfalls zu der positiven Einschätzung bei.

Dem stehen nicht nur die kurze Akkulaufzeit, vor allem aber das topographische Kartenmaterial von Lowrance gegenüber. Allerdings besteht die Möglichkeit, mit MagicMaps Scout Rasterkarten auf dem Safari zu verwenden. Die Endura-Software muß noch in einigen Bereichen optimiert werden. Änderungen am Layout und zusätzliche Funktionen – z.B. Wegpunkt-Projektion und ein umfangreiches Trackmanagement – stehen an erster Stelle der Wunschliste.

Insgesamt gesehen hat der Lowrance Endura Safari das Potential, nicht nur gut, sondern ganz hervorragend zu sein. Vorausgesetzt, dass mit Software-Updates nachgebessert und das Kartenmaterial überarbeitet wird.




Ich besitze ebenfalls den Safari und kann an dieser Stelle bestätigen, dass die Updates 1.1 und 1.4 die angesprochenen Fehler beheben (außer bei der Batterie/Akkuauswahl, die sind immer noch vertauscht). Die Karte wurde auch geupdatet! Und wie gesagt in ein paar Wochen kommt das 1.5 mit neuen Funktionen.


Hier der Link zur Originalseite.

Greetz... icon_lol.gif

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.2010 um 15:07.]

"Um sein Ziel zu erreichen, zitiert selbst der Teufel aus der Bibel." - William Shakespeare -



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