Wanderung Zu den Bärenfängen über das hintere Raubschloß

Region Sächsische Schweiz
Tourverlauf Bad Schandau - Kirnitzschgrund - Forsthaus - Lichtenhainer Mühle - Neumannmühle - Zschand - Bad Schandau
Höhenmeter bergauf 711 m bergab 712 m
Länge 32 km
Schwierigkeitsgrad mittel
Die 32 km lange Wanderung Zu den Bärenfängen über das hintere Raubschloss beginnt und endet in Bad Schandau. Als Rundweg führt sie durch den Nationalpark Sächsische Schweiz.
 
Wanderung Zu den Bärenfängen über das hintere Raubschloß
Abbildung: Verlauf Wanderung Zu den Bärenfängen über das hintere Raubschloß
 

Kartenmaterial

Ideale Kartengrundlage für die Wanderung Zu den Bärenfängen über das hintere Raubschloß sind die amtlichen topographischen Karten im Maßstab 1:25.000.
Diese hochwertigen Karten werden im Rahmen des "Tour Explorers Sachsen / Thüringen" angeboten, die den Streckenverlauf bereits beinhalten. Per Mausklick lässt sich die Tour direkt auf alle gängigen GPS-Geräte exportieren. Sowohl Streckenprofil als auch ein dreidimensionaler Flug entlang der Tour geben detailliert Auskunft über den Schwierigkeitsgrad.
Den "Tour Explorer" mit ausgearbeiteten Radfernwegen und Weitwanderwegen gibt es für ganz Deutschland.


Sie fahren vom Bahnhof Bad Schandau oder vom Busplatz oberer Elbkai in der Stadt mit der Hinterhermsdorfer Buslinie 241 ins Kirnitzschtal bis zur Haltestelle Neumannmühle. Hier gehen Sie über die Brücke und es beginnt ein kleiner Anstieg von ca. 30 m. Sie folgen der grünen Strich-Markierung Richtung Queenwiese – Heringsloch. An der Neumannmühle zweigt das Seitental des Großen Zschand ab. Hier befindet sich eine Holzschliffanlage. Nach ca. 20 Minuten kommen Sie an eine Waldwegkreuzung mit Schutzhütte. Hier folgen Sie der grünen Strich-Markierung rechts Richtung Heringsloch. Nach ca. 200 m laufen Sie am nächsten Wegweiser geradeaus. Ab hier wandern Sie der roten Punkt-Markierung Richtung Queenwiesen – Kleiner Winterberg hinterher. Bei dieser Wanderung kommen Sie durch die beiden Trockentäler des Kleinen und Großen Zschand. Hier sind die Wege weiter und der Zugang zu den Kletterfelsen manchmal beschwerlicher als anderswo. Deshalb treffen Sie weniger Menschen als im Bielatal oder bei den vorderen Schrammsteinen.

 

Aber die Landschaft ist einmalig. Mächtige Felsriffe erheben sich über Täler bzw. Schlüchte. Das Gebiet steht unter Naturschutz, wobei manche Stellen nicht zugänglich sind. Der Wald soll seinen ursprünglichen urwaldähnlichen Charakter behalten bzw. wieder erlangen. An der Kreuzung nach dem Aufstieg von der Schutzhütte geht es am Wegweiser links Richtung Großer und Kleiner Winterberg der roten Punkt-Markierung nach. Direkt unterm Kleinen Winterberg steht an einer Felswand eine Steintafel mit dem kursächsischen Wappen. Der kurze Abstecher vermittelt Ihnen vielfältige Eindrücke. Die Steintafel mit der Jahreszahl 1558 erinnert an ein dramatisches Jagdabenteuer, das Kurfürst August in diesem Gebiet glücklich überstand. Die Felswände über Ihnen sind durch die Verwitterung eindrucksvoll modelliert. Unter diesen Überhängen haben Bergsteiger manche Freinacht verbracht, um die Hirschbrunft zu erleben. Wenig unterhalb der Stelle liegen die Queenwiesen, die ein bevorzugter Kampfplatz für Hirsche sind. Geologisch besonders interessant ist der schmale ca. 300 m lange Basaltgang, der sich über den Rücken des Kleinen Winterbergs zieht und dessen Geröllstreifen bis hinunter zum Fremdenweg reichen.

 

Auf diesem sehr fruchtbaren Boden wachsen 200-jährige Rotbuchen und Bergahorn. Sie folgen einem mittleren Anstieg. Unterwegs befindet sich an einer Bank die Eichenbornquelle, eine selten zu sehende Quelle im Sandstein. Die Quelle wurde vor einigen Jahren durch Bergsteiger eingefasst. Nach ca. 250 m Aufstieg halten Sie sich am kommenden Wegweiser geradeaus. Es folgt ein steiniger Waldpfad. Sie kommen an den schon beschriebenen Felsüberhängen vorbei. Es geht etwas eng zwischen großen abgestürzten Felsblöcken entlang. Am nächsten Wegweiser folgen Sie weiter dem roten Strich. Nach ca. 20 min wird der Wald lichter und vor Ihnen wird eine schöne Felsaussicht frei. An der darauf folgenden Weggabelung biegen Sie scharf rechts ab und gehen einen schmalen grobsteinigen durchwachsenen Pfad leicht bergauf weiter. Nach ca. 50 m halten Sie sich rechts. Links befindet sich der Wartburgfels. Nun geht es ca. 70 m bergab und am folgenden Wegweiser laufen Sie geradeaus bergauf Richtung Winterstein – hinteres Raubschloß. Links geht es zur Buchschlucht und zur Felsenmühle, einen stufenförmigen Aufstieg.

 

Der Winterstein auf dem den Bärenfängen vorgelagerten Felsen gehörte 1379 zur böhmischen Pflege Pirna. Nach Verpfändung und Besitzerwechsel bedrohten der Recke vom Winterstein und andere Wegelagerer von hier die Warenzüge zwischen Schandau und der Oberlausitz. Nach dem Kauf durch den Sechsstädtebund wurde die Burg 1442 geschleift. Reste der Anlage sind in drei Fels-Etagen erhalten. Auf dem unteren Felsabsatz im Südosten und Osten sind u. a. ein Postenunterstand und eine Höhle, eine geräumige erweiterte Klufthöhle mit Steinbänken in der Mitte und auf dem Plateau Treppen, Mauerreste, Balkenlager, ein ausgehauenes Gemach mit Rauchfang und eine Zisterne. Zum Winterstein gehörte auch die Warte auf der 200 m westlich gelegenen Felsmauer Wartburg. Der Winterstein ist ein selbständiger Felsblock mit 40 m hohen Wänden. Er ist die älteste Burgstätte der hinteren Sächsischen Schweiz und seine erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1379. Im 15. Jh. diente er als Raubritternest.

 

Nach wenigen Metern geht es dann über Eisentreppen weiter. Es folgt ein schwierigerer Aufstieg bei dem Trittsicherheit erforderlich ist. In der Mitte kommen Sie in eine etwas dunkle Felshöhle. Hier geht es eine Eisenleiter eng im Felsen hinauf. Danach gehen Sie über große Steinabsätze mit Eisenklammern an denen Sie sich teilweise hochziehen müssen. Oben auf dem Felsplateau von beachtlicher Größe bietet sich Ihnen ein einzigartiges Felspanorama. Beim Aufstieg können Sie Balkenfalze sehen. Die Aussichtsplattform ist eine der schönsten in der Sächsischen Schweiz. Ihr Abstieg führt über den gleichen Weg bis zum Wegweiser. Hier wandern Sie links einen stufenförmigen Waldpfad bergab. Sie kommen auf einen befestigten Weg und gehen rechts Richtung Zeughaus. Unten an einem Wegweiser laufen Sie links der gelben Strich-Markierung nach Richtung Neumannmühle. Von hier fahren Sie mit der Buslinie 241 zurück nach Bad Schandau.

 

 

© Wanderfreunde aus Sachsen

(www.wanderrouten-sachsen.de)

Karten zu diesem Wanderweg finden Sie im MagicMaps-Shop

 

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