Wanderung ins Polenztal zu den Märzenbecher |
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| Die 10 km lange Wanderung ins Polenztal zu den Märzenbecher beginnt und endet in Heeselicht. | |||||||||||
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| Abbildung: Verlauf Wanderung ins Polenztal zu den Märzenbecher | |||||||||||
Kartenmaterial Ideale Kartengrundlage für den Neckartal Radweg sind die amtlichen topographischen Karten im Maßstab 1:25.000.
Mit seinen ca. 420 Einwohnern liegt Heeselicht (der kleinste Ortsteil der Burgstadt Stolpen) auf einer Fläche von 363 ha. Als Quellreihendorf mit Waldhufenflur breitet es sich rings um eine flache Talmulde aus. 1378 wird es erstmalig als Heselich erwähnt. Es gehörte lange Zeit zum Rittergut Krumhermsdorf. 1612 ist erstmalig die Rede von einem Rittergut in Heeselicht. Der Weg von Stolpen nach Hohnstein führte ehemals über Hohburkersdorf. Um eine kürzere Verbindung zu Hohnstein herzustellen, ließ Kaiser Napoleon 1813 die Straße durch das Dorf Heeselicht gehen ( Napoleonstraße ). Die höchste Erhebung ist der Steinberg mit 350,4 m über NN. Flurenstücke und zwei Mühlen (Scheibenmühle und Heeselichtmühle) im über 100 m tiefer gelegenen, romantischen Tal der Polenz gehören ebenfalls zum Ort. Wir erreichen den Ort mit dem Nahverkehr (Buslinie 237, Pirna – Bastei – Rathewalde – Hohnstein – Sebnitz) und steigen am Heeselichter Markt aus. Hier in der Ortsmitte befinden sich auch ein kleiner gebührenfreier Parkplatz und der Gasthof „Zum Erbgericht“. Gegenüber vom Gasthof suchen wir den kleinen unbefestigten Seitenweg mit der Markierung gelber Querstrich, der eigentlich leicht zu finden ist. Dieser Weg geht in eine Talmulde abwärts hinein, durch ein schönes Wiesental an vier kleinen Teichen vorbei, in Richtung Polenztal zur Scheibenmühle. Unterwegs sieht man schon viele Märzenbecher blühen. Am letzten Haus des Ortes kommen wir auf eine Asphaltstraße, die wir links weiter abwärts gehen. Nach einer Weile treffen wir auf die Scheibenmühle, wo der Heeselichter Dorfbach in die Polenz mündet. Hier befindet sich auch eine Gaststätte und Pension „Scheibenmühle“. Vor der Brücke über die Polenz gehen wir aber erst einmal ca. 50m nach rechts, wo wir dann rechts am Hang das Mundloch des Hussitenstollens vorfinden. Der mit Gitter verschlossene Stollen, wo im Mittelalter nach Zinn gesucht wurde, ist unter Schutz gestellt. In diesen Stollen beziehen regelmäßig Fledermäuse im Winter Quartier. Fledermäuse sind ganzjährig streng geschützt, benötigen strickte Quartierruhe und dürfen nicht gestört werden. Über diesen Stollen sollte der Steilhang auch Beachtung finden. Es ist ein natürlicher Mischwald, der auf einzelnen freistehenden Felsklippen wächst. Wir gehen wieder zurück und überqueren die Brücke des Polenzbaches. Nun geht es links auf den Polenztalweg (Karl-Lampe-Weg) mit der Wegmarkierung roter Punkt weiter, der sich bis zur Bockmühle hin zieht. Dieser Weg geht nun auf und ab und schlängelt sich um einige Felsecken herum. Wir sehen immer wieder an der Polenz die vielen, vielen Märzenbecher. Dieses Gebiet ist ein Naturschutzgebiet, wo jedes Betreten, Pflücken und Ausgraben verboten ist. Nach einiger Zeit überqueren wir eine Holzbrücke, wo wir dann die Märzenbecher noch häufiger vorfinden. Uns begegnen zu dieser Jahreszeit die nun immer zahlreich werdenden Besucher des Polenztales, was uns anzeigt, dass die Straße an der Bockmühle bald erreicht ist An der Bockmühle, wo sich auch ein Gasthaus befindet, treffen wir auf eine asphaltierte Straße, die wir nach links aufwärts weiter gehen. Hier beginnt auch die Markierung grüner Querstrich. Wir erreichen oben auf der Höhe links ein großes Gehöft (Luschdorfhof). Nach dem Gehöft zeigt uns ein Wegweiser links den Weg in Richtung Wildgehege (1,2km) und Heeselicht (2,5km) an. Wir verlassen nun die Markierung grüner Querstrich und laufen auf einen unmarkierten, manchmal auch schlecht ausgeschilderten Feldweg und Pfad (Pirnaer Steig), wieder in Richtung Heeselicht. Nach ca. 400m erreichen wir einen Bach und treffen auf „Die Wüste Luschdorf“ . Hier an diesem Bache, der in der schwarzen Pfütze entspringt und in die Polenz fließt, standen einstmals die Hütten von Ludwigsdorf (Luschdorf). In einer Urkunde vom 21. Juli 1388 wird diese ehemalige Siedlung als das wüste Ludwigsdorf bezeichnet. Deshalb haben mit hoher Wahrscheinlichkeit die Hussiten (1429) wie auch die Mordbrenner des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) an dieser Stelle keine Siedlung mehr vorfinden können. Ob Luschdorf durch Schadenfeuer, Naturgewalten, Pest, Hungersnot, Landflucht oder anderen Einwirkungen wüst geworden ist, wissen wir nicht. Die Sage überliefert uns, dass in einer klaren Vollmondnacht die Hütten und Bewohner von Ludwigsdorf sichtbar werden. Wir empfehlen dem Leser, diese Gelegenheit zu nutzen und auf die unbeantworteten Fragen hier eine Antwort selbst einzuholen. Sie war im Mittelalter eine kleine Siedlung. Weiter auf den Weg (Pirnaer Steig) erreichen wir ein großes Wildgehege mit vielen Tieren, meist aber Damwild. So viel Wild auf einen Fleck sieht man sehr selten. Wir gehen immer gerade aus, inmitten weiter Wiesen und Felder, weiter und sehen am Horizont auf einer Anhöhe den Hohburkersdorfer Rundblick. Nun verläuft der Weg (Steinweg) in einer Senke nach links und dann gleich wieder an einer Gabelung nach rechts. Bald sehen wir die Dächer von Heeselicht. Der Steinweg führt uns direkt wieder zum Parkplatz am Markt, wo diese wunderschöne Wanderung endet.
© Wanderfreunde aus Sachsen (www.wanderrouten-sachsen.de) Karten zu diesem Wanderweg finden Sie im MagicMaps-Shop.
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